Zuerst war die Welt einfach. Klare Linien, blasses Licht. Der Reiher stand still im Wasser, ein einfacher Strich in der Landschaft. „So sieht sie aus“, sagte die Mutter. „Aufgeräumt und hell.“ Doch das Kind schüttelte den Kopf und drückte die Hand der Mutter fester. „Nein, ich meine dahinter.“

Das Kind schloss die Augen und öffnete sie wieder. Plötzlich begann der Himmel zu weinen, aber nicht vor Trauer, sondern vor Fülle. Gold und Grün tropften von den Wolken herab und verwandelten das Schilf in einen smaragdgrünen Palast. Die Luft roch nach uraltem Moos und Magie. Sie waren nicht mehr nur Betrachter, sie waren Teil des Gemäldes geworden.
