Die Aquarell-Tuschezeichnung ist so überzeugend, dass man vergisst, dass keine menschliche Hand sie gemalt hat (… ist mit midjourney gestaltet worden). Diese zarten, präzisen Linien, die Lasuren, das unfertige Papier – Midjourney hat hier einen Stil getroffen, der an Egon Schiele erinnert, aber auch an moderne Modeillustrationen eines Antonio Lopez.
Was das Bild so ungewöhnlich macht: die Gesichter überlappen sich, ohne sich zu berühren. Jedes hat seine eigene Welt, seine eigene Stimmung – und trotzdem entsteht ein dichtes, fast klaustrophobisches Ganzes. Es ist wie ein Gruppenfoto, das jemand falsch zusammengeklebt hat – und dabei etwas Wahrhaftigeres entstanden ist als das Original.
Die Augen sind der Schlüssel. Fast alle schauen leicht aneinander vorbei. Kein direkter Kontakt, kein Gespräch – nur diese eigenartige, melancholische Koexistenz.
Und dann dieser kleine Schmetterling oben rechts – fast übersehen, fast kitschig, und doch genau richtig. Ein Luftloch in diesem Gedränge aus Gesichtern.
