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Die archaischen Stille

Der Kopf ist kaum noch ein Kopf. Er ist eine Geste, ein Keil, eine Andeutung. Das Gesicht fast vollständig schwarz, nur diese kleinen gelblichen Augen lugen unter dem Hutrand hervor – misstrauisch, müde, oder einfach abwesend. Man weiß es nicht. Und genau dieses Nichtwissen hält einen fest.

Der rosafarbene Hut ist ein Widerspruch: weich, beinahe zärtlich – auf einem Kopf, der aus rohem Beton besteht. Als hätte jemand einer Osterinsel-Statue einen Damenhut aufgesetzt.

Die Malweise verstärkt das alles noch: dicke, unfertige Pinselstriche, die Hintergrundfarbe und Figur kaum voneinander trennen. Es wirkt wie ein Stillleben – aber das Objekt darauf hat eine Seele.

Wenn die drei Bilder eine Serie wären (mit den beiden von vorhin), hätte man eine schöne Entwicklung: vom expressiven Chaos des ersten, über die ornamentale Präzision des zweiten, hin zu dieser fast archaischen Stille. Weniger ist hier tatsächlich mehr – vielleicht sogar am meisten.