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Gruppenporträt

Ein Gruppenporträt, das sich keiner Logik beugt – und gerade deshalb eine ganz eigene, tiefe Wahrheit erzählt.

Menschen und Tiere drängen sich ins Bild, ohne dass eine Grenze zwischen ihnen gezogen wird. Die Giraffe schaut mit demselben ernsten Würde-Blick wie der Mann im Anzug. Das Reh unten links wirkt fast zärtlicher als die Menschen neben ihm. Wer hier Mensch ist und wer Tier, ist letztlich Geschmackssache.

Die Gesichter der Frauen – porzellanweiß, mit geröteten Wangen, dem Stil der 1920er Jahre entlehnt – tragen etwas Zeitloses und gleichzeitig Melancholisches. Sie schauen heraus, aber nicht zu uns. Eher durch uns hindurch, in etwas, das wir nicht sehen können.

Das dunkle, spiralförmige Ornament im Hintergrund atmet Klimt, atmet Art Déco, atmet uraltes Muster-Denken – als wären all diese Wesen Teil eines größeren, endlosen Gewebes, das sich ewig um sich selbst dreht.

Das Rot ist das Blut dieses Bildes. Es pulst in Krawatten, Haaren, Mustern, Federn – es hält alles zusammen, was sonst auseinanderfallen würde.