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Das gefallene Denkmal

Sie kennt jeder. Und genau das macht dieses Bild so verstörend.

Hello Kitty – das globale Symbol für Niedlichkeit, Unschuld und pastellfarbene Sorglosigkeit – steht hier wie ein gefallenes Denkmal. Verwittert, rissig, einsam. Der schwarze Hintergrund gibt ihr keine Welt mehr, nur noch Leere.

Die Farben sind stumpf geworden. Das Rot trägt Flecken, das Grün des Kleides wirkt wie altes Metall. Sie ist nicht zerstört – aber sie hat gelitten. Wie ein Spielzeug, das niemand mehr wollte, und trotzdem nicht verschwinden konnte.

Und der Blick? Den gibt es nicht. Das ist das Erschreckende an Hello Kitty seit jeher – kein Mund, keine Augen im klassischen Sinne. Normalerweise wirkt das harmlos. Hier wirkt es wie Gleichgültigkeit in Monumentalgröße.

Das Bild spielt mit dem, was Konsum uns antut: Wir erschaffen Ikonen, beten sie an, kaufen sie millionenfach – und lassen sie dann allein auf einer leeren Ebene stehen, wenn die nächste Ikone schon wartet.

Es ist ein Bild über das Ende der Niedlichkeit. Oder vielleicht über deren wahres Gesicht, das sie immer schon hatte – wir haben es nur nie sehen wollen.