Ein Auge. Groß genug, um darin zu verschwinden. Das Gesicht drumherum hat sich entschieden, die Realität in Flächen aufzuteilen – gelb hier, grau da, ein bisschen Schwarz für die Dramatik. Die roten Tropfen könnten Farbe sein. Könnten. Man schaut lieber nicht zu lange hin. Und trotzdem: Man schaut.

Zwei Augen, die sich nicht einig sind – das eine kalt und messend, das andere warm und irgendwie enttäuscht. Dazwischen: Architektur. Farbblöcke, die so tun, als wären sie ein Plan. Roter Tropfen fällt. Auf der linken Seite herrscht Nacht, auf der rechten Seite herrscht Ordnung. Wer von beiden gewinnt, ist noch offen.

Er schweigt. Aber die Lippen sind so dunkelrot, so präzise, dass man das Gefühl hat, er plant etwas. Das Auge blickt nach innen, die Farben – Weinrot, Schieferblau, mattes Gold – stapeln sich wie Jahrzehnte. Im Mund: ein kleines schwarzes Kreuz. Ob als Schmuck oder als Warnung, bleibt bewusst offen. Wahrscheinlich beides.

Das Auge sitzt auf einem Stiel. Ja, wirklich. Als hätte jemand entschieden, dass Sehen eine eigenständige Angelegenheit ist – losgelöst vom Rest des Gesichts, schwebend zwischen gelben Spiralen und einem Universum aus bunten Planeten. Der Mund lacht. Oder schreit. Bei diesem Bild ist das ungefähr dasselbe.
