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Die Schulklasse

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Die Schulklasse

Man wird fragen müssen, warum die Schulklasse im fol­genden unter der Perspektive eines Systems be­trachtet wird, obwohl es hier um das Sozialklima von Schulklas­sen geht. Dies hat folgenden Grund: Nach Lindenberg (1977) ist anscheinend das wichtigste Merk­mal eines Systems die vorhandene Interdepen­denz von Indivi­duen. Diese erscheint für das Sozialklima nicht uninteres­sant, denn vielleicht erklärt sich hier die noch unge­löste Frage nach der Aggregierung der Einzel­werte der Gruppenmitglieder. Interdependenzen liegen dann vor, wenn folgende Charakteri­stika beobachtbar sind:

  1. Die komplementäre Kontrolle, bei der zwei oder meh­rere Individuen eine allen gemeinsame Ereignismenge kontrollieren und jedes Individuum bereit ist, zugunsten des anderen auf Anteile an dieser Kontrol­le zu verzichten.
  2. Das Handeln eines Individuums in einem System hat für alle Individuen, und nicht nur für den Handeln­den, Konse­quenzen (Externalität des Handelns)
  3. Die Individuen in einem System wissen um das Vorhandensein jeweils anderer Individuen in demsel­ben System (Koorientierung des Handelns).

Obwohl es wichtig ist, dass die Schulklasse normalerweise Teil der größeren Organisation einer Schule ist, wird hier nicht die ganze Schule, sondern die Klasse Untersuchungseinheit sein, denn sie wird sowohl vom Schulsystem als auch vom einzelnen Schüler als der Ort anerkannt, wo das „Geschäft“ der formalen Erziehung tatsächlich besorgt wird. In der Grundschule stehen die Schüler typischerweise unter der Leitung eines verantwortlichen Lehrers, während in der Oberschule und manchmal in den oberen Klassen der Grundschule der Schüler in verschiedenen Fächern unter verschiedenen Lehrern arbeitet; in diesem Fall ist der Komplex der verschiedenen Unterrichtsstunden, an denen derselbe Schüler teilnimmt, die für unsere Zwecke entscheidende Einheit.

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